Ausgewählte Pressestimmen

Mit feurigem Spiel und spärlich eingesetztem Vibrato beeindruckt das Orchester sowohl in den mächtigen Tutti des Kopfsatzes als auch in den fugenartigen grossen Crescendi des schnellen zweiten Satzes. Der lange vierte Satz - praktisch eine Sinfonie in der Sinfonie - lässt nun auch die Gesangsstimmen mit dem so bekannten «Freude, schöner Götterfunken» einsetzen. Der Chor singt auswendig, was sich hörbar auf Lebendigkeit und Präzision auswirkt. Auch in den extremen Lagen bleibt die Balance zwischen den Stimmen erhalten. […] Der Funke springt auf das Berner Publikum über, und das bedankt sich mit stehendem Applaus im ausverkauften Kultur-Casino. Wüstendörfer erweist an diesem Abend dem Gründer Theo Loosli, zu dessen Gedenkkonzert dieses Jubiläum ungewollt wurde [...], alle Ehre und beweist, dass der Chor seinen Rang im Berner Konzertleben weiterhin verdient.
Jan Diggelmann, «Der Bund» 16. Mai 2017 (Zum Konzert vom 14. Mai 2017 mit Bachs Magnificat und Beethovens 9. Sinfonie)

Lena-Lisa Wüstendörfer scheut vor Grobem keineswegs zurück, die endzeitlichen Posaunen sind ohrenbetäubend, die Dissonanzen am «Tag des Zorns» zugespitzt. Doch zeigt die Dirigentin immer wieder, dass es auch ganz anders geht; kleinste Nuancen im feinfühligen, agilen Orchestra of Europe bringen das eigentlich Unmögliche zustande: Kein einziger gesungener Ton verebbt ungehört. Mit beeindruckender Intensität nimmt sich [das Solistenquartett] jeder einzelnen Note an, verleiht jeglichem Pathos eine überzeitliche Authentizität. Das grösste Lob gebührt […] dem Chor, der schlicht alles richtig macht. Präzise, intonationsstark, atmosphärisch vielschichtig und mit ungewohnt kräftigen Männerstimmen, begegnet das Ensemble selbst achtstimmigen Fugen absolut souverän.
Stefan Bucher, «Der Bund» 27. Juni 2016 (Zum Konzert vom 25. Juni 2016 mit Verdis Requiem)

Loosli führte die Beteiligten energisch und sicher durch die spätromantischen, farbenreichen Klangspektakel Suters und im fünften Satz zu einem Feuerwerk, das das Kulturcasino schier zum Einstürzen brachte. Was Chor und Orchester hier zeigten, war an Ausdruckskraft kaum zu überbieten. [...] Gemeinsam mit dem erfrischenden Berner Kinderchor mündete das anspruchsvolle und imposante Werk schliesslich in einem leise ausklingenden Amen-Ruf. Eines ist sicher: Auch Theo Looslis 50-jährige Präsenz im Berner Musikleben wird noch lange nachklingen.
Hannes Liechti «Der Bund» 18. Juni 2013 (Zu Theo Looslis Abschiedskonzert mit Herrmann Suters «Le Laudi»)

 

Die Soprane etwa erleuchten das Gotteslob, das die dritte Kantate einrahmt, mit strahlenden Höhen, der finale Abgesang auf Herodes wird zum jubelnden Fest. Wer das Glück hat, nahe genug zu sitzen, wird Zeuge der grossartigen Interaktion zwischen dem Chor und seiner Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer, deren glasklare Gestik zahlreiche dynamische Nuancen aus der vielschichtigen Partitur kitzelt. Dazu gesellt sich ein superbes Solistenquartett. […] Dennoch sorgt der Bach-Chor selbst für den wohl emotionalsten Moment: Während des berührenden, poetischen Chorals «Ich steh an deiner Krippen hier» wird die gesungene Weihnachtsgeschichte greifbar, und die im Zuge der Reformation verschwundenen Bilder kehren in die Kirche zurück. Die Vorfreude auf kommenden Montag, wenn die Aufführung des Weihnachtsoratoriums weitergeht, ist geweckt.
Stefan Bucher, «Der Bund» 20. Dezember 2016 (Zum Konzert vom 18. Dezember 2016 mit Bachs Weihnachtsoratorium)

Die Dirigentin [Lena-Lisa Wüstendörfer] wählt die Tempi mit Bedacht, gestaltet dennoch zügig und durchsetzt den rhythmischen Fluss rhetorisch effektvoll mit Ritardandi. Die Zäsuren sind wie ein gedankliches Innehalten, ein menschliches Zögern im vorbestimmten göttlichen Geschehen. Der Weg vom Verrat bis zur Kreuzigung erfährt so wirkungsvolle Steigerungen. Marianne Beyeler stützt mit ihrem Orgelspiel perfekt. Der Berner Bach-Chor wirkt motiviert, ausbalanciert und in guter Form. Er agiert klangsatt, expressiv in der Klangrede und intonationssicher bis in die tiefen Männerstimmen.
Marianne Mühlemann, «Der Bund» 07. April 2015 (Zum Konzert vom 04. April 2015 mit Bachs Johannespassion)